30 Jul 2016

1500 neue Wohnungen: Wie kann das gelingen?

1500 neue Wohnungen: Wie kann das gelingen?

Die Stadt Celle will in den nächsten fünf Jahren bis zu 1500 neue Wohnungen im Stadtgebiet schaffen. Sie setzt dabei auf die Entwicklung der Allerinsel, das Schließen von Baulücken, Nachverdichtung im Bestand sowie neue Baugebiete in den Ortsteilen. Gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft und weiteren Partnern aus dem Bau- und Wohnungsgewerbe soll zudem für den Wohnstandort Celle verstärkt geworben werden.

Mit der „Zukunftsoffensive Wohnen“ wollen wir in Celle in den kommenden fünf Jahren 1500 neue Wohnungen in der Stadt schaffen.  Damit geben wir die Antwort auf die festzustellende Trendwende, was die Einwohnerzahlen der Stadt angeht. In den letzten Jahren wurde Celle durch verschiedenen Forschungseinrichtungen immer wieder mitgeteilt, dass die Einwohnerzahl in den kommenden Jahren ständig bis im Jahr 2050 auf rund 65.000 Einwohner sinken würde. Bertelsmann und Co. haben sich aber geirrt.  Zwar haben wir bis 2011 eine sinkende Einwohnerzahl festgestellt und lagen schon deutlich unter der Marke von 70.000 Einwohnern. Inzwischen aber liegt die Zahl bei 70.650 Einwohnern.

Diese positive Entwicklung hat mich veranlasst, unserem Bereich Stadtentwicklung um Ideen und Perspektiven für die Stadtentwicklung zu bitten; darum wie sich die Stadt dauerhaft entwickeln könne.

Dabei war zu berücksichtigen, dass die Stadt Celle ein starker Wirtschaftsstandort mit allen schulischen Bildungseinrichtungen, einem breiten Kultur- und Freizeitangebot ist, sowie die Nähe und eine vergleichsweise gute ÖPNV- und Straßenanbindung zur Landeshauptstadt Hannover hat. Insgesamt ist Celle ein attraktiver Wohnstandort. Celle kann deshalb noch mehr vom bundesweiten Trend ‚Zurück in die Stadt‘ profitieren und sowohl junge Menschen und Familien als auch ‚junge Alte‘ anlocken. Wir haben einen ständig steigenden Einpendlerüberschuss , d.h. es kommen mehr Menschen in die Stadt Celle zum Arbeiten als Menschen von Celle auspendeln zu Arbeit. Wir haben zur Zeit ca. 11.000 Menschen, die zur Arbeit nach Celle fahren. Diese können an die Stadt auch als Wohnstandort gebunden werden. Für diese Zielgruppen wollen wir vielfältige Wohnangebote im Stadtgebiet unterbreiten. Und dafür wollen wir auch im Speckgürtel von Hannover, Wedemark und Burgdorf werben und das Wohnen in Celle schmackhaft machen.

Um das durchaus ambitionierte Ziel zu erreichen,  brauchen wir die Unterstützung von außen. Während die Steuerung bei der Stadt liegt, werden wir für Einfamilienhäuser-Neubaugebiete die Umsetzung durch Partner organisieren lassen. Mit den vorliegenden Gutachten zum Stadtentwicklungskonzept Wohnen und zur Innenstadt-Entwicklung kennen wir die erforderlichen Rahmenbedingungen.

Ein deutlich sichtbares Zeichen setzen wir auf der Allerinsel und im Speicherstraßenquartier. Dort kann bereits im nächsten Jahr mit dem Bau der ersten knapp 200 Wohnungen begonnen werden. Insgesamt bietet diese innenstadtnahe Lage Potenzial für über 500 Wohnungen. Schwieriger, aber notwendig, ist es, die Baulücken zu schließen und so die Innenstadt-Entwicklung voranzutreiben. Durch die Nutzung von Potenzialen im Innenbereich der Stadt und in den Ortsteilen können nämlich weitere rund 700 Wohnungen geschaffen werden. Hier ist die Infrastruktur bereits vorhanden und somit auch dauerhaft kostengünstig für alle Beteiligten.

Die neuen Baugebiete im Ein- und Zweifamilienhausbereich wollen wir an Standorten in Groß Hehlen, Garßen, Hehlentor und  Wietzenbruch realisieren. Gemeinsam mit dem neuen Baugebiet Kieferngrund II können so rund 150 neue Bauplätze geschaffen werden

Damit und mit den auf den Markt kommenden Wohnungen und Häusern der Briten haben wir ein attraktives Angebot, mit dem wir noch mehr Menschen nach Celle locken können. Ich rechne mit einem Zuzug von bis zu 3000 Neubürgern.

Dirk-Ulrich Mende

Foto: privat

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