12 Okt 2015

Flüchtlinge in Celle: Herausforderungen und Fakten

Notunterkunft für Geflüchtete in Scheuen

Ich will hier keine allgemeine Stellungnahme zur Flüchtlingspolitik abgeben. Die Forderung Grenzen zu schließen, Zäune zu bauen oder die Bundeswehr zu alarmieren, bringt uns nicht weiter. Wir müssen unsere Aufgabe vor Ort wahrnehmen. Es geht um die Bewältigung der Herausforderung hier in Celle. Wir können mit Krisen und Herausforderungen umgehen. Wir wissen wo und wie man anpacken muss. Mit Ihnen gemeinsam gelingt das.

Deshalb zunächst ein ganz herzliches Dankeschön an alle ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer! Was Sie tun ist wunderbar!

Zu den Fakten: Wie sieht es aus in Celle? Nach aktuellem Stand sollen uns in diesem Jahr insgesamt etwa 1.000 Flüchtlinge zugewiesen werden, die bis zum Abschluss ihres jeweiligen Verfahrens hier bleiben. Dabei wird es sicher nicht bleiben.

Ich rechne im kommenden Jahr weniggstens mit einer ähnlichen Anzahl von Neuankömmlingen, voraussichtlich werden es deutlich mehr. Wir werden alles daran setzen, diese Menschen dezentral unterzubringen. Bislang gelingt uns das ganz gut. Auf dem ehemaligen Gelände des Christlichen Jugenddorfwerks Deutschland (CJD) haben wir unsere städtische zentrale Aufnahmestelle untergebracht. So haben wir die Möglichkeit, die Flüchtlinge ersteinmal in Celle ankommen zu lassen. Im nächsten Schritt werden die Menschen dann in Wohnungen weitervermittelt.

Zusätzlich haben wir zwei Notaufnahmestellen des Landes Niedersachsen: In den Einrichtungen in Scheuen und Wietzenbruch leben zur Zeit etwa 1.200 Geflüchtete. In Scheuen rechnen wir künftig mit bis zu 1.500 Schutzsuchenden. Diese werden dann nach der ersten Registrierung auf die Kommunen weiterverteilt. Es ist dabei leider nicht sichergestellt, dass diese Menschen auch bei uns bleiben. Das ist gerade vor dem Hintergrund des großen ehrenamtlichen Engagements schade. Denn viele Menschen, die sich hier einbringen, möchten auch die Erfolge bei „Ihren Flüchtlingen“ sehen.

Der Rat der Stadt hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, eine weitere Notunterkunft in eigener Verantwortung zu organisieren. Damit nehmen wir das Angebot des Innenministers an, als Kommune selber eine solche Einrichtung zu betreiben. Mit der ehemaligen Kasernenanlage „Hohe Wende“ haben wir den geigneten Platz dafür. Der Bund hat sie kostenfrei zur Verfügung gestellt und wir können auch die Einrichtung der Notunterkunft über den Bund abrechnen – damit kostet das uns nichts. Um den Kernhaushalt der Stadt gar nicht zu belasten, werden wir den Betrieb eigenständig als „Tochter“ der Stadt führen.

Das heißt: Wir werden keine kommunalen Angebote einschränken, um den Schutzsuchenden und Kriegsvertrieben zu helfen.

Wir werden auch auf dem Wohnungsmarkt darauf achten, dass unsere Bürgerinnen und Bürger nicht benachteiligt werden. Ich will einen Ausgleich organisieren. Das heißt beispielsweise, dass nicht alle Geflüchteten in einer Straße oder einem Stadtteil untergebracht werden. Ich meine das gelingt bislang sehr gut.

Bild: Notunterkunft in Scheuen. Foto: Dirk-Ulrich Mende.

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