07 Nov 2015

Fracking: Die Zukunft von Celle muss erhalten bleiben

Bohrtechnologie

9000 Arbeitsplätze sind in Celle direkt oder indirekt von der Bohrtechnologie abhängig. Die Regelung zum kontrollierten Fracking mit 1 Milliarde Investitionsvolumen wird aber zur Zeit verschleppt. Das schadet Celle. Die Fracking-Technologie ist beherrschbar und bereits 300 mal in Deutschland erfolgreich angewendet worden. Wir sollten eine sachgerechte Entscheidung mit klaren Umweltauflagen treffen. Lieber Bundestag: Entscheidet schnell!

Die großen Konzerne der Erdöl- und Erdgas-Branche sind bei uns zu Hause: Baker Hughes, ITAG, Halliburton und viele kleinere Zulieferfirmen. Die Branche ist auch für die hohe Qualität in anderen Bereichen bekannt, etwa in der Tiefen-Geothermie oder Wasserbohrungen. Celle ist sogar Standort der einzigen Bohrmeisterschule weltweit. Hier werden die notwendigen Nachwuchskräfte ausgebildet, die anschließen weltweit Arbeitsplätze finden.

Aber dieser hochtechnologische Wirtschaftszweig ist in seinem Bestand in Celle und damit in Deutschland und Europa bedroht. Aktuell machen der Celler Erdöl- und Erdgasindustrie insbesondere der Preisverfall des Erdöls, der Stopp von Fracking-Bohrungen und die Wirtschaftssanktionen gegen Russland zu schaffen. Umsatz, Beschäftigung und Investitionsplanungen gehen zurück. In vielen Unternehmen hat es bereits Kurzarbeit und Entlassungen gegeben.

Durch die Verschleppung des Regelungspakets Fracking liegen rund eine Milliarde Euro an Investitionen auf Eis, die unmittelbar auch dem Celler Standort zugute kommen könnte.

Die Verzögerung aber muss nicht sein, denn die geplante Neuregelung sieht die weltweit höchsten Umweltstandards vor. Und das alles vor dem Hintergrund, dass in den letzten 50 Jahren in Niedersachsen mehr als 300 Fracks ohne irgendwelche nachweisbaren Komplikationen durchgeführt wurden. Fracking ist ein in Deutschland seit Jahrzehnten erprobtes Verfahren, das sich bei unseren geologischen Gegebenheiten bewährt hat. Die Technik ist beherrschbar. Unsere heimische Wirtschaft ist willens und in der Lage, unter den geplanten Rahmenbedingungen des aktuellen Gesetzentwurfes zu handeln. Mir geht es bei der Debatte zunächst um das konventionelle Fracking.

Eine oft geäußerte Sorge lautet, dass das Grundwasser beeinträchtigt werden könnte. Ich sehe das nicht: Grundwasser und das daraus gewonnene Trinkwasser ist in den Schichten, um die es der Tiefenbohrung geht – also mehrere tausend Meter unter der Oberfläche – nicht vorhanden. Die jetzt gesetzten Umweltstandards sind ein notwendiger und wichtiger Kompromiss zwischen widerstreitenden Interessen.

Diese Einigung muss jetzt aber auch im Bundestag auf den Weg gebracht werden. Unser Know-how in den Bereichen Erdöl, Erdgas aber auch Geothermie muss im Interesse unserer Volkswirtschaft erhalten bleiben.

Artikel in Zeit Online

Bild: Installation Bohrtechnologie in den Triftanlagen. Foto: Ben Kannenberg.

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